
Kinshasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, drittgrößte Stadt Afrikas. Hier wohnen fast zehn Millionen Menschen, die zu den ärmsten Bewohnern unseres Planeten zählen. Es ist die Heimat des einzigen Symphonieorchesters Zentralafrikas.
In völliger Dunkelheit spielen zweihundert Orchestermusiker Beethovens Neunte – ‚Freude schöner Götterfunken‘. Ein Stromausfall wenige Takte vor dem letzten Satz. Probleme wie dieses sind noch die kleinste Sorge des einzigen Symphonieorchesters im Kongo. In den fünfzehn Jahren seiner Existenz haben die Musiker zwei Putsche, mehrere Krisen und einen Krieg überlebt. Doch da ist die Konzentration auf die Musik, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Kinshasa Symphony“ zeigt Menschen in einer der chaotischsten Städte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlichen Zusammenlebens aufbauen: ein Symphonieorchester. Ein Film über den Kongo, über die Menschen in Kinshasa und über die Musik.
Einer der Musiker ist Albert Matubanza. Er hat vielen Streichern im Orchester die Noten und ihr Instrument erklärt. Dabei ist er selbst Gitarrist und kann weder Geige noch Cello spielen. Gerade baut er an einem neuen Kontrabass für das Ensemble. Andere Handwerker unter den Orchestermitgliedern haben inzwischen eine ganze Kollektion von oft selbst erfundenen und gebauten Werkzeugen, um jede erdenkliche Reparatur eines Instruments durchzuführen. Nebenbei schneidern die Musikerinnen und Musiker ihre Anzüge und Kleider für die Auftritte selbst, organisieren die Beschaffung von Noten und sorgen während der langen Probenabende für die Beaufsichtigung der Kinder.
Die meisten Orchestermitglieder sind Autodidakten und Amateure. Selbst für diejenigen, die das Glück haben, über eine Berufsausbildung und halbwegs geregelte Arbeit zu verfügen, ist der Alltag in der Acht-Millionen-Metropole Kinshasa ein Kampf ums Überleben. Für viele beginnt der Arbeitstag um sechs Uhr morgens, oft noch weit früher für diejenigen, die sich die Fahrt im Sammeltaxi nicht leisten können und ihren kilometerlangen Arbeitsweg zu Fuß zurücklegen. Trotzdem wird abends bis in die Nacht hinein geprobt – und das praktisch jeden Tag.
Auch Joséphine Nsimba muss um fünf Uhr aufstehen. Dann fährt sie zum größten Markt Kinshasas, um Omeletts zu verkaufen. Ihre monatlichen Einnahmen reichen gerade für die Wohnungsmiete. Weil die importierten Eier aus Brasilien und den Niederlanden die Preise kaputt machen, ist es ein schweres Geschäft. Ohne Pause geht es anschließend zur Probe. Sie gehörte zu Alberts ersten Cello-Schülerinnen. Heute sind die beiden verheiratet. Ihr achtjähriger Sohn Armand ist seit langem krank. Trotz der hohen Kosten entscheiden sich Albert und Joséphine schließlich für eine Operation.
Joseph Masunda Lutete ist Elektriker und Friseur. Im Orchester ist er für die Bratsche und für das Licht zuständig. Wenn bei den Proben wieder einmal der Strom ausfällt, ist Joseph gefragt. Um den Widrigkeiten der Elektrizitätsversorgung in Kinshasa zu trotzen, hat er für seinen Friseursalon einen Rasierapparat mit besonders langer Akkulaufzeit angeschafft. Nathalie Bahati - Querflötistin - sucht nach einer neuen Wohnung für sich und ihren kleinen Sohn. Kein einfaches Unterfangen mit wenig Geld in der Tasche in einem Moloch wie Kinshasa.
Armand Diangienda ist Dirigent, ausgebildeter Pilot und Gründer des Orchesters. Er ist der Enkel von Simon Kimbangu, eines im Kongo hochverehrten Märtyrers, der gegen die belgischen Kolonialisten kämpfte und eine eigene Kirche begründete. Schon sein Großvater gab ihm mit auf dem Weg, dass er ein Orchester gründen solle. In den Anfangsjahren teilten sich einige Dutzend Musikbegeisterte die wenigen Instrumente. Damit jeder an die Reihe kam, wurde in mehreren Schichten geprobt. Heute stehen bei Konzerten des „Orchestre Symphonique Kimbanguiste“ zweihundert Musikerinnen und Musiker auf der Bühne.
Zum Unabhängigkeitstag der Demokratischen Republik Kongo plant das Orchester ein großes Open Air Konzert. Mehrere tausend Zuschauer werden erwartet. Nur wenige haben Erfahrung mit klassischer Musik. Auf dem Programm: Beethovens Neunte, Carmina Burana, Werke von Dvorak und Verdi. Doch Armand Diangienda weiß: Noch klingen die heiklen Musikpassagen nicht sehr überzeugend. Und auch der Chor kämpft mit den Tönen und der deutschen Sprache. Aber der Tag des Konzerts rückt immer näher...
23.9.2010
Kinostart in Deutschland
17.08.2010
The 6th Jecheon International Music & Film Festival presents the Grand Prize to "Kinshasa Symphony" from the International Competition section "World Music Film Today".
16.08.2010
Rhode Island Int. Film Festival 2010:
Grand Prize "Best Cinematography" goes to "Kinshasa Symphony"
The 2010 Flickers: Rhode Island International Film Festival (RIIFF) announced the winners in this year’s film competition at its annual Awards Ceremony in downtown Providence, RI. The festival ran August 10th-15th and showcased over 200 cinematic works, including 35 World and 23 US/North American Premieres. The films were selected from a record entry base of over 4200 international submissions.
www.film-festival.org
12.08.2010
Filmmusik verbindet die Festivals in aller Welt: bei den Oberaudorfer Musikfilmtagen spielt die Jugendblaskapelle Filmmusikklassiker - zur Eroeffnung des Jecheon International Music & Film Festivals in Korea gibt es ebenfalls Filmmusik, diesmal gespielt auf koreanischen Saiteninstrumenten.
Beide Festivals sind noch jung. Beide sind ausgesprochen gastfreundlich und wunderbar musikorientiert. Fantastisch, dass beide "Kinshasa Symphony" zeigen! In Bayern mit deutschen Untertiteln, in Jecheon mit koreanischen.
29.07.2010
"Kinshasa Symphony" erhält eine "Lobende Erwähnung" beim Phoenix-Dokumentarfilmpreis 2010. >>>
27.07.2010
Pascal Capitolin stellt "Kinshasa Symphony" beim Durban International Film Festival vor: "Die erste Vorstellung fand vor vierhundert Schülern statt, die danach vor allem fragten, wieso Schwarze klassische Musik statt Rap oder ähnlichem spielen. Der Film kam sehr gut bei ihnen an - und gelacht wurde an ganz anderen Stellen als in Europa. In Südafrika haben schon erstaunlich viele Menschen von "Kinshasa Symphony" gehört."
20.07.2010
"Kinshasa Symphony" hat seine Premiere im Kongo.
Der Film läuft "open air" am 20.7., dann als Gala-Vorstellung für das gesamte Orchester am 21. Juli im "Hotel Venus" und am 22. Juli im "Centre Culturel Wallonie-Bruxelles" >>>
26.06.2010
„Kinshasa Symphony“ erhält den Publikumspreis beim „Festival des Deutschen Films“ >>>
04.05.2010
AWARDS OPEN DOEK FILMFESTIVAL 2010
Special Mention: Kinshasa Symphony
"The jury was very enthusiastic about the portrayal of the creative musicians in Congo."
15.3.2010
"Kinshasa Symphony" als Eröffnungsfilm am 15.4.2010 beim renomierten Festival "Visions du Réel" in Nyon (Schweiz)
8.3.2010
Weltpremiere von "Kinshasa Symphony" auf der Berlinale 2010 ein voller Erfolg: zwei ausverkaufte Vorstellungen, begeisterter Applaus, großes Interesse beim Publikum
18.01.2010
„Kinshasa Symphony“ auf der Berlinale 2010
Der Film „Kinshasa Symphony“ läuft als „Berlinale-Special“ am 17. Februar 2010 um 21:45 Uhr (Whg. 18.2. um 18:00 Uhr Cubix 8)
30.10.2009
Das Filmteam ist zurück in Berlin. Die Endfertigung des Filmes hat bereits begonnen.
16.10.2009
Die zweite Drehphase in Kinshasa hat begonnen. Glücklicherweise lässt der große Regen noch auf sich warten. Proben, Außenaufnahmen, Musikerportraits und ein neuer Protagonist: Ein Tubist mit eigener Apotheke. Noch hat der Kameramann beide Schuhe...
4.10.2009
Sounding Images ist es gelungen, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin auf das Projekt aufmerksam zu machen. Das Orchester gab dem Drehteam eine Kiste mit Instrumenten für das L'Orchestre Symphonique Kimbanguiste mit. Geplant ist eine langfristige Partnerschaft zwischen den beiden Orchestern. Auch ein Instrumentenbauer soll nach Kinshasa Reisen, um mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
20.08.2009
Sounding Images ist es gelungen, für das Projekt „Kinshasa Symphony“ die Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. zu erhalten, worauf wir sehr stolz sind.
19.08.2009
Die erste Drehphase ist beendet. Bis auf einen Schuh des Kameramanns, der auf dem Rückflug verloren ging, ist das Team mitsamt Equipment wohlbehalten zurückgekehrt…
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I had the honor yerterday night to see the movie presented in Kinshasa for the first time. With all the musicians next to me.. was a great experience. It helps me understand and love this country even more. Thank you for this magical film.
Bonjour à tous, je voulais écrire ces quelques lignes pour partager mon bonheur après avoir visionné ce film. Les mots me manquent tant le ressenti est grand!Pour résumer, je dirais "merci" et "merveilleux". Merci aux concepteurs du film d'abord, mais aussi et surtout aux "acteurs" sans qui ce dernier n'aurait pas vu le jour! Merci de nous avoir partagé votre quotidien, votre passion et votre humanité. Ce film m'a boulversée mais de manière positive uniquement! Pour ceux qui craignaient de donner une image de "misère" de leur région, je peux leur dire que j'y ai vu tout sauf cela. J'y ai vu des vies d'hommes et de femmes, difficiles, certes, mais toutes animées par l'amour. L'amour de la musique et de l'existence...malgré tout. Un courage et une ténacité qui donnent une bouffée d'oxygène. Merveilleux, parce que le résultat est à la hauteur des efforts consentis par chacun des protagonistes. En effet, il n'est pas courant de voir interpréter des compositeurs de musique classique par des formations africaines, mais si c'est avec cette musique qu'ils vibrent...où est le souci? Il ne faut pas se cantonner à son origine, et ce, sous prétexte de sauvegarde de la culture. La musique n'a pas de frontière... et c'est tout bénéfice pour l'humanité. Bravo!
Marie-Violaine
J'ai regardé Kinshasa symphony il y a quelques jours et j'ai aimé. Pas le sujet du film en lui-même mais toute la palette d'émotions qui se lit sur les visages des musiciens et que la caméra a admirablement su ressortir. par exemple, on ressent très bien le désarroi et la solitude de Nathalie, cette jeune femme qui vit seul avec son fils et qui recherche désespérément un logement.
ce documentaire est vraiment très émouvant, bravo!